Wenn im Herbst die leuchtend roten Früchte der Wildrosen reif werden, beginnt die Zeit der Hagebutte. Der Oktober passt besonders gut zu dieser heimischen Pflanze: Je nach Standort und Reifegrad können Hagebutten vom Spätsommer bis weit in den Dezember geerntet werden.
Bekannt ist die Hagebutte vor allem für ihren hohen Gehalt an Vitamin C. Gleichzeitig hat sie eine lange Tradition als Lebensmittel und in der Pflanzenheilkunde. Ob als Hagebuttentee, Mus, Marmelade oder getrocknete Frucht – die kleinen roten Früchte lassen sich vielseitig verwenden.
Was ist die Hagebutte eigentlich?
Als Hagebutten bezeichnet man die Früchte verschiedener Rosenarten. Besonders bekannt ist die Hundsrose (Rosa canina). Botanisch gesehen ist die Hagebutte eine Scheinfrucht: Die eigentlichen kleinen Früchte befinden sich als Nüsschen im Inneren.
Was steckt in der Hagebutte?
Die Hagebutte zählt zu den heimischen Früchten mit besonders viel Vitamin C. Der tatsächliche Gehalt kann allerdings je nach Rosenart, Reifegrad, Lagerung und Verarbeitung deutlich schwanken.
Zu den bekannten Inhaltsstoffen zählen:
- Vitamin C
- Carotinoide, die auch für die rote bis orange Farbe mitverantwortlich sind
- Flavonoide und weitere sekundäre Pflanzenstoffe
- Pektine
- Fruchtsäuren
Vitamin C erfüllt im Körper zahlreiche Aufgaben. Es wirkt unter anderem als Antioxidans, ist am Aufbau von Bindegewebe beteiligt und verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen.
Traditionelle Verwendung der Hagebutte
Hagebutten werden seit Langem als Nahrungsmittel und volksmedizinisch genutzt. Besonders in der kühleren Jahreszeit sind sie traditionell als Tee beliebt.
In der Volksmedizin werden Hagebutten unter anderem im Zusammenhang mit folgenden Themen verwendet:
- als vitaminreiche Ergänzung in der Erkältungszeit
- zur allgemeinen Unterstützung einer ausgewogenen Ernährung
- traditionell bei verschiedenen Magen-Darm-Beschwerden
- als wärmendes Getränk in Herbst und Winter
Hagebuttentee: Der Klassiker
Besonders bekannt ist die Hagebutte als Früchtetee. Dafür werden meist getrocknete und zerkleinerte Hagebuttenschalen verwendet. Ihr fruchtig-säuerlicher Geschmack macht sie auch zu einer beliebten Zutat in Teemischungen.
Wer Hagebutten selbst trocknet, sollte sie sauber verarbeiten und vollständig durchtrocknen lassen, bevor sie gelagert werden. So lassen sich die Früchte auch außerhalb der Erntezeit verwenden.
Mehr als Tee: weitere Zubereitungen
Die Hagebutte kann auf unterschiedliche Weise verarbeitet werden. Je nach Zubereitung steht entweder der Geschmack, die Haltbarkeit oder die praktische Verwendung im Vordergrund.
- als Hagebuttentee
- als Mus oder Mark
- als Marmelade oder Fruchtaufstrich
- als getrocknete Hagebuttenschalen
- als Hagebuttenpulver
- je nach Produkt auch als Nahrungsergänzung oder pflanzliche Zubereitung
Lebensmittel oder Heilpflanzenpräparat – was ist der Unterschied?
Hagebuttentee aus dem Lebensmittelbereich, Marmelade, Mus oder Pulver werden in erster Linie als Lebensmittel verwendet. Ihr Gehalt an Inhaltsstoffen kann je nach Rohstoff, Erntezeitpunkt und Verarbeitung variieren.
- Lebensmittel: dienen vor allem der Ernährung und dem Genuss
- Nahrungsergänzungsmittel: ergänzen die Ernährung und unterliegen eigenen gesetzlichen Vorgaben
- Pflanzliche Arzneimittel: müssen definierte Anforderungen an Qualität, Anwendung und Kennzeichnung erfüllen
Nicht jedes Produkt mit Hagebutte ist daher automatisch ein Arzneimittel. In der Apotheke beraten wir Sie gerne dazu, welche Produktart zu Ihrem persönlichen Bedarf passt.
Tipps zur Verarbeitung frischer Hagebutten
Wer Hagebutten selbst sammelt und verarbeitet, kann aus den Früchten viele herbstliche Produkte herstellen. Einige Punkte sind dabei besonders wichtig:
- nur sicher bestimmte, saubere und ungespritzte Früchte verwenden
- Hagebutten gründlich waschen
- Kerne und reizende Härchen im Inneren sorgfältig entfernen
- für Tee die vorbereiteten Früchte bzw. Schalen vollständig trocknen
- Vitamin C ist hitzeempfindlich – lange Lagerung und intensive Erhitzung möglichst vermeiden
- getrocknete Hagebutten trocken, dunkel und gut verschlossen lagern
Warum gerade im Oktober?
Im Oktober sind Hagebutten vielerorts reif und gut sichtbar. Die österreichische Erntezeit kann je nach Lage bereits Ende August beginnen und bis weit in den Dezember reichen. Damit ist die Hagebutte ein besonders saisonales Thema für den Herbst.
Gleichzeitig beginnt die Zeit, in der warme Tees wieder häufiger getrunken werden. Die Kombination aus regionaler Ernte, traditioneller Verwendung und vielseitiger Verarbeitung macht die Hagebutte zu einer spannenden Pflanze für diese Jahreszeit.
Unser Tipp aus der Apotheke
Ob als Hagebuttentee, getrocknete Frucht oder anderes Hagebuttenprodukt: Entscheidend sind eine gute Qualität und die passende Verarbeitung.
Wir beraten Sie gerne dazu, welche Zubereitung für Sie geeignet ist und worauf Sie bei pflanzlichen Produkten achten sollten.


